Immer mehr Eltern fragen sich: Ist mein Kind hochbegabt? Grundsätzlich gilt, dass bei weitem nicht jedes Kind, dass schon vor dem Schulstart lesen und bis 100 addieren kann, hochbegabt ist. In Deutschland gelten höchstens drei Prozent aller Menschen als hochbegabt, weisen also einen Intelligenzquotienten von mindestens 130 auf. Dies ist umgerechnet etwa ein Schüler in jeder zweiten Grundschulklasse.
Als Anzeichen für eine Hochbegabung gelten eine hohe sprachliche Kompetenz, schnelles Auffassungsvermögen, große Wissbegierde, hohe Sensibilität für sich und andere, aber auch gute motorische Fähigkeiten. Einen Aufschluss kann aber letztlich nur ein Intelligenztest geben. Beispielsweise kann der “K-ABC”-Test bereits mit zweieinhalbjährigen Kleinkindern durchgeführt werden. Wer den Verdacht hegt, ein hochbegabtes Kind zu haben, sollte sich an seinen Kinderarzt wenden, der einen IQ-Test vermitteln kann.
Konsequenzen
Wie der Test auch ausfällt, sind die Folgerungen nicht immer unproblematisch. Stellt sich heraus, dass das Kind “nur” normalbegabt ist, müssen manche Eltern eine kleine Enttäuschung verkraften. Ist das Kind tatsächlich hochbegabt, stellen sich die Anschlussfragen, ob es früher eingeschult werden sollte oder gar eine spezielle Förderschule besuchen sollte. Beides hat oft zur Folge, dass das Kind aus seinen gewohnten Sozialbezügen herausgerissen wird.
Dennoch sollten sich Eltern keineswegs vor einem Intelligenztest scheuen, vor allem dann, wenn ihr Nachwuchs auffällige Verhaltensweisen zeigt. Eine nicht erkannte Hochbegabung kann zu Unterforderung und psychischen Problemen führen.